Erfolg ist nicht nur Karriere
Beruflicher Erfolg ist ein durchaus vielschichtiger Begriff. Er ist nicht unbedingt mit Karriere gleichzusetzen. Diese wird alltagssprachlich an Prominenz, gesellschaftlichem Ansehen und guter Bezahlung gemessen, also an objektiven Kriterien.

Erfolg aber zeichnet sich auch durch eine subjektive Komponente aus: die innere Zufriedenheit. So kann sich als erfolgreich empfinden, wer in seinem individuellen beruflichen Rahmen ein Ziel erreicht, das er sich selbst gesteckt hat. Der Begriff Erfolg ist somit viel breiter angelegt als der bloße hierarchische Aufstieg. Nicht nur jene, die die klassischen Erfolgsstationen im Berufsleben durchlaufen, sind heute tatsächlich erfolgreich.
In der wissenschaftlichen Betrachtung von beruflichem Erfolg kommt etwas hinzu, das Prof. Pellert, Professorin für Weiterbildungsforschung und Bildungsmanagement, Work-Life-Education-Balance nennt: ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit, Privatleben und Weiterbildung. Denn beruflicher Erfolg sei nie unabhängig vom Privatleben zu sehen. „Wer viel und erfolgreich arbeitet, privat aber das Gefühl hat, auf der Strecke zu bleiben, wird sein Wirken irgendwann in Frage stellen“, sagt Ada Pellert.
Dabei ist die Work-Life-Education-Balance Ziel und Weg zum beruflichen Erfolg zugleich. Denn jede Rolle, in die wir schlüpfen, wie zum Beispiel die des Vaters, schult gewisse Kompetenzen, die fit für den beruflichen Erfolg machen. Die Bildungsforscherin definiert beruflichen Erfolg demzufolge nach insgesamt sechs Faktoren:
- adäquates Einkommen und Prestige
- Zufriedenheit
- hohe Arbeits- und Lebensqualität
- gelebte Work-Life-Education-Balance
- berufliche Autonomie durch erweiterte Handlungsspielräume
- kontinuierliche fachliche, methodische und persönliche Weiterentwicklung.
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