Hat Karriere ein Geschlecht?
Unterscheidet sich weiblicher von männlichem Erfolg? Laut Wolfgang Mayrhofer, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, sogar erheblich. In einer großangelegten Studie hat Mayrhofer die Karrierewege 1000 deutschsprachiger Führungskräfte untersucht und ist so der Frage nachgegangen, welche Faktoren entscheidend für den beruflichen Erfolg sind.
Die Ergebnisse der Studie belegen, dass Herkunft und Geschlecht immer noch entscheidende Faktoren für den beruflichen Erfolg sind.
Doch wie unterscheidet sich denn nun beruflicher Erfolg nach Geschlechtern?
Mayrhofer betont, dass vor allem objektiver und subjektiver Karriereerfolg nicht parallel sind. Zum objektiven Karriereerfolg zählen Komponenten wie Einkommen, Aufstieg und Zahl der Untergebenen, während der subjektive Karriereerfolg all die Dinge umfasst, die individuell als Erfolgsmaßstäbe erachtet werden. Hierzu können zum Beispiel, individuell unterschiedlich, Glück, Zufriedenheit und die Familie zählen. Nach Mayrhofer sind Frauen signifikant häufig in der Kombination objektiv wenig erfolgreich und subjektiv sehr erfolgreich zu finden.
Wie begründet Mayrhofer das Ergebnis? „Die niederschmetternde Variante lautet: Frauen haben sich damit abgefunden, dass sie objektiv weniger erfolgreich Karriere machen als Männer, sich aber für das Gefühl etwas zurechtzimmern. Die positivere Interpretation lautet: Frauen sind stärker in der Lage, sich von den klassischen objektiven Erfolgsmaßstäben zu lösen und schätzen eher andere Faktoren wie eine ausgewogene Work-Life-Balance.”
Eine detaillierte Analyse der Faktoren für den Karriereerfolg: Wolfgang Mayrhofer, Michael Mayer, Johannes Steyrer (Hrsg.): „Macht?Erfolg?Reich?Glücklich?“, Linde Verlag Wien, 2005.
Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,353415,00.html (11.08.09)
2 Kommentare zu Hat Karriere ein Geschlecht?
Doris Carstensen
2. September 2009 um 17:41
Hat Erfolg ein Geschlecht? In der bereits genannten Studie von Mayerhofer ist das Kapitel acht (Guido Strunk)besonders interessant und auch erschreckend im Befund:Die Frage, ob ein Frau ein Mann sein muss, um Karriere zu machen, wird eindeutig – nach einer Abfolge von Variablenuntersuchungen – mit JA beantwortet.
Die Karriereentwicklung von Frauen ist so stark vom Geschlecht determiniert, dass es logisch erscheint, wenn sie wiederum geschlechtsspezifische Maßstäbe für die subjektiven Bewertungen ihres beruflichen Erfolgs anlegen.
Eine Kurzfassung der Untersuchungsergebnisse findet sich unter :
http://www.femtech.at/fileadmin/downloads/NWT/21/Guido_Strunk.pdf
Joachim Humberg
20. Januar 2010 um 14:49
Karriere und Erfolg im Raster fester Maßstäbe? Das soll alles sein?
Hat Karriere ein Geschlecht? Hat Erfolg ein Geschlecht? Bitte, was ist denn Karriere? Vorstandsvorsitzende zu sein? Teamleiterin zu sein? Fachexpertin zu sein? Und was bitte ist Erfolg? Eine dieser Positionen zu erreichen? Im Meeting sich durchzusetzen? Einer leitenden Person die eigenen Ziele zu “verkaufen”? Ein gutes Image aufzubauen? Kompetenz zu haben?
Glücklich und zufrieden die 4 Tagewoche zu leben? Kann z.B. Erfolg sein. Erfolg wie auch Karriere, beide sind individuell. Wenn also Frauen, wie oben angeführt, die Fähigkeit haben, hoch flexibel mit Erfolgsmaßstäben zu jonglieren, sind Frauen dann nicht Männern um einiges voraus? Voraus sich in einer schnell verändernden Geschäftswelt anzupassen?
Karriere und Erfolg im Raster fester Maßstäbe? Das soll alles sein?
Das Verlassen fester Bahnen, wie das Verlassen der Beurteilungskriterien von Karriere, ist gleichzeitig ein Befreien. Freiheit gewinnen die Menschen, die sich vom Rasterdenken lösen können. Lt. Zitat zur Studio verfügen Frauen hier über weit bessere Möglichkeiten. Sie können sich besser von Karrieremaßstäben lösen. Welch erstrebenswerte Möglichkeit, frei zu sein.
Jeder von uns kennt dies Gefühl, sich frei zu fühlen. Da werden jede Menge Glückshormone ausgeschüttet. Wir fühlen uns richtig rundrum wohl. Wer sich befreit, tut ne Menge für sein Glück.
Somit sind Frauen mehr anpassungsfähig, mehr frei, mehr glücklich. Nach der Studie von Prof. Mayerhofer sind Frauen demnach auch bereiter zu einem individuellen selbstbestimmten Leben und zu einer echten Life-Work-Balance.
Karriere und Erfolg im Raster fester Maßstäbe? Abgelehnt. Für jede Frau und für jeden Mann gibt es Alternativen. Es lohnt sich darüber nachzudenken.
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