Von Kartoffelsalat managen lernen!
Nach der gestrigen DUW-Diskussionsveranstaltung zur Frage „Besser managen mit Darwin und Luhmann? Was Unternehmen von Evolutionsmanagement und Systemtheorie lernen können“ hatte ich die Gelegenheit, mit einigen Studierenden die Thesen der Referenten noch etwas weiter zu diskutieren. Gerade die Aussage von Herrn Dr. Endres von der Lufthansa AG, „ein gutes Projekt erreicht seine Ziele nicht“ oder – anders formuliert – „nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Ziel steht im Weg“ hat uns besonders beschäftigt.
So sind Planung und Zielsetzung einerseits wichtige und notwendige Parameter des Managements von Projekten, andererseits dürfen diese aber nicht dazu führen, die Chancen und Risiken, die im Laufe des Projekts auftreten, und deren Innovationspotential zu ignorieren. Diese notwendige Balance zwischen der Planbarkeit und Steuerung von Unternehmensprozessen auf der einen Seite und der Autonomie des Handelns und Entscheidens von Mitarbeitern auf der anderen Seite haben die Studierenden als größte Herausforderung für eine Führungskraft empfunden.
Was mir persönlich besonders gut gefallen hat, war der Ansatz von Herrn Dr. Otto, der die Evolutionstheorie auch deshalb als sehr nützlich für Managementfragen vorgestellt hat, weil sie mit ihren Analogien und Bildern aus der Natur anschauliche und eingängige Beispiele bietet, wie vorhandene Muster und eingefahrene Denkweisen identifiziert und aufgebrochen werden können. So habe ich nicht nur erfahren, dass man von Ameisenkolonien oder einem Bienenstock lernen kann, sondern auch von einem Kartoffelsalat. Diesen führte Herr Dr. Endres an, um zu verdeutlichen, wie sehr sich eine (Führungs-)Persönlichkeit oftmals mit dem eigenen „Inhalt“ verwechselt. So sollte der Kartoffelsalat, der als Büffetbeitrag auf einer Party von den Gästen verschmäht wird, noch lange kein Grund dafür sein, dass der Koch sich grämen oder gar beleidigt fühlen muss. Denn: der Koch ist nicht der Kartoffelsalat!
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