Schönheit als Erfolgsfaktor?

Geschrieben von Diana Krüger am 26. August 2010

Eine neue Studie mit dem Namen “A Corporate Beauty Contest” von den Ökonomen John Graham, Campbell Harvey und Manju Puri belegt nun erstmals, dass das Aussehen eines Menschen auch seine Karriere spürbar beeinflusst.

Während der Studie ließen die Wissenschaftler 2000 Versuchspersonen zwei verschiedene Portraitfotos unabhängig voneinander betrachten. Das eine Foto zeigte jeweils einen Manager, das andere einen ganz normalen Menschen. Anhand dieser vorgelegten Bilder sollten die Probanden angeben, welche Person kompetenter, sympathischer und attraktiver aussieht. Die Bilderpaare wurden dabei so ausgewählt, dass Kleidung und Posen der dargestellten Personen ähnlich waren und diese nicht häufig in Presse und Fernsehen auftraten. So konnten die Versuchspersonen nicht erkennen, bei wem es sich um eine Führungskraft handelte und bei wem nicht.

Bei der Auswertung  der Studie zeigte sich eine klare Tendenz: Die Versuchsteilnehmer hielten die Führungskräfte für kompetenter und attraktiver – zugleich aber auch für weniger vertrauenswürdig und weniger sympathisch. “Die größten Unterschiede gab es bei der wahrgenommenen Kompetenz”, heißt es in der Studie. 54 Prozent der Führungskräfte wirkten auf die Teilnehmer des Experiments besonders fachkundig, aber nur 46 Prozent der Menschen aus der Vergleichsgruppe der Nicht-Manager.  Noch deutlicher waren die Ergebnisse als die Forscher noch einen Schritt weiter gingen: Den Probanden wurden nun Bilder von Chefs größerer und kleinerer Unternehmen gezeigt. Dabei führten die Manager, die als attraktiver eingestuft wurden, auch die größeren Firmen.

Ein Kommentar zu Schönheit als Erfolgsfaktor?

Anne Bussmann

28. September 2010 um 10:54

Der Umkehrschluss: dass beruflicher Erfolg und damit konstante Anerkennung für die eigene Leistung das Aussehen eines Menschen positiv beeinflussen, scheint mir naheliegender als dass “Schönheit Erfolgsfaktor” ist. Diese Studie müsste man “gegenlesen” mit beispielsweise der Fotoserie der deutschen Fotokünstlerin Herlinde Koelbl, die Gesichter von Politikern in verantwortungsvollen Positionen über eine lange Strecke ihrer “Machthabung” dokumentiert hat (u.a. Gerhard Schröder, Joschka Fischer und, so meine ich, auch Angela Merkel). Wenn ich mich recht entsinne, wurden die Gesichter mit der Zeit zerfurchter, verschlossener, mithin weniger “schön” – die Verantwortung für Menschen in einem politischen Amt lässt sich wohl kaum vergleichen mit einem gut bezahlten Managerjob, in dem meistenfalls der Wert des Unternehmens eine größere Rolle spielt als das Wohlergehen der Mitarbeitenden. Ganz abgesehen davon, dass Wohlstand einen wichtigen Faktor für die Lebenserwartung darstellt.
Spannender als die Reihenfolge in der obigen Studie – zumindest jedoch als Ergänzung zu denken – wäre m.E. daher tatsächlich, Menschen über ihren Lebenslauf = Karriere hinweg zu begleiten – und vorab festzulegen, was “Schönheit” in einem solchen Zusammenhang definiert.

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