Die richtige Entscheidung treffen: Beratung auf allen Kanälen
Der Diskussionsabend am vergangenen Montag in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz zum Thema Fachkräftemangel mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaft und Wissenschaft hat es noch einmal auf den Punkt gebracht: Deutschland fehlt es an rund 400.000 qualifizierten Fach- und Führungskräften. Wir brauchen neben Rahmenbedingungen, die Innovationen schneller marktfähig machen, vor allem den Willen, ungenutztes Potenzial zu aktivieren. Das eigene (noch) ungenutzte Potenzial aktivieren – Motivation für viele, sich über eine Weiterbildung Gedanken zu machen. Interesse ist aber letztendlich nur der erste Schritt. Viel wichtiger ist die Auswahl einer passenden Weiterbildung bzw. einer Einrichtung und natürlich die Entscheidung für oder gegen ein Angebot. Aber wie entscheide ich mich, auf wessen Meinung kann ich mich wirklich verlassen?
Stellen Sie sich vor, Sie brauchen einen neuen Fernseher. Was tun Sie und wie treffen Sie Ihre Kaufentscheidung? Ich persönlich überlege mir zunächst die grundlegenden Rahmenbedingungen: Größe, technische Ausstattung (zugegeben: ich kenne mich mit Weiterbildung besser aus als mit Fernsehern), Preis. Ich gucke mich im Internet um, marschiere in zwei bis drei Geschäfte, frage im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis nach Erfahrungen und lese Bewertungen bisheriger Käufer. Funktioniert! Bisher habe ich nur sehr wenige Entscheidungen bereut, die ich so getroffen habe. Das müsste doch bei Weiterbildung auch funktionieren, oder?
Ein aktuelles Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zum Thema „Personenbezogene (Weiter-)Bildungsberatung im Fernlernen“ beschäftigt sich zum Einen mit Frage nach dem tatsächlichen Beratungsbedarf von Interessierten, zum Anderen mit der Frage, auf welcher Basis Entscheidungen für oder gegen Weiterbildungsangebote getroffen werden. Die ersten Ergebnisse dieser Studie bestätigen meine Theorie: Ganz gleich, ob ich mich für einen Fernseher oder eine Weiterbildung interessiere, Beratung auf allen Kanälen ist wichtig, um die richtige Entscheidung zu treffen.
Meine Empfehlung: Nutzen Sie bei Ihrer Entscheidung für ein Bildungsangebot die Beratungsleistungen der jeweiligen Anbieter. Diese gibt nämlich oft auch darüber Aufschluss, welche Beratung und Betreuung Sie während Ihrer Weiterbildung bekommen. Informieren Sie sich über weitere Quellen wie z.B. Weiterbildungsdatenbanken und Foren wie z.B. XING. Sprechen Sie mit Ihrer Familie, Freunden und Bekannten. Vielleicht ergeben sich Fragen und Möglichkeiten, an die Sie bisher nicht gedacht haben. Und: Nutzen Sie die Möglichkeit, mit Absolventen und Absolventinnen oder Studierenden Kontakt aufzunehmen. Die DUW-Studienberatung z.B. unterstützt Studieninteressierte dabei, Ansprechpartner und -partnerinnen zu finden, die ihre Studienerfahrungen gerne (mit-)teilen. Rufen Sie uns an!
PS: Die Handlungsempfehlungen beim Diskussionsabend am Montag waren übrigens vielfältig: Von langfristiger Personalplanung im Hinblick auf das steigende Rentenalter, von der Eröffnung von Dual-Career-Möglichkeiten und „innerer Stimmigkeit“ (Erweiterung der eigenen Ressourcen statt Suche auf dem internationalen Markt) war die Rede, um nur wenige Bespiele herauszugreifen. Es ist gut, dass Politiker, Unternehmen und Organisationen Lebenslanges Lernen inzwischen als Auftrag begreifen.
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