Motivation ist (fast) alles
Wer berufsbegleitend studiert, braucht eines mehr alles andere: Motivation – die Motivation, das Studium überhaupt zu beginnen und die Fähigkeit, sich über den Verlauf gerade auch eines längerfristig angelegten Studiengangs immer aufs Neue zu motivieren. Wie kann das gelingen?
Die Weiterbildungsmotivation ist noch nicht besonders eingehend erforscht, aber im Prinzip lassen sich vorhandene Motivationstheorien, die etwa aus dem organisationspsychologischen Bereich stammen, hier anwenden. Vielen sind sicher die Begriffe intrinsische bzw. extrinsische Motivation bekannt, und beide können auslösende bzw. aufrechterhaltende Faktoren bei Weiterbildung sein – intrinsisch, also aus der eigenen Person heraus z.B. das Streben nach Horizonterweiterung und/oder nach interessante(re)n und verantwortungsvolle(re)n Tätigkeiten; extrinsisch, also eher von äußerlichen Faktoren bedingt z.B. das Bemühen um Gehaltserhöhungen oder Beförderungen oder ganz allgemein den Erhalt oder Ausbau des eigenen „Marktwerts“. Beides muss sich also nicht widersprechen, sondern kann idealerweise in die gleiche Richtung wirken.
Es würde zu weit führen, auf alle unterschiedlichen Motivationstheorien im Detail einzugehen. Ganz allgemein lassen sich Ansätze, die von angeborenen oder erlernten Bedürfnissen als Motivatoren ausgehen, von solchen unterscheiden, die Motivation als Ergebnis eines mentalen Abwägungsvorgangs betrachten, da Menschen sich nur dann um etwas bemühen, wenn sie es a) für erstrebenswert und b) für realistisch erreichbar halten. Gerade im Bereich der Weiterbildung sind diese letzteren Theorien interessant: zunächst muss das Ziel, also der Studienabschluss oder das Zertifikat, für die eigene Berufs- und Lebensplanung als wertvoll und zielführend wahrgenommen werden, und anschließend muss gerade die oder der zusätzlich zum Beruf Studierende das einzuplanende Arbeitspensum als verkraftbar einschätzen. Studiengänge, die zukunftweisende und am Markt hoch angesehene Abschlüsse bieten, stark modularisiert und strukturiert sind, und die neuen Lehr- und Lernformen nutzen, tragen ihren Teil dazu bei, Weiterbildungsmotivation entstehen zu lassen und aufrecht zu erhalten.
In dem Maße, in dem die Beschäftigung mit Emotionen zunehmend den bisher eher nüchtern-kognitiven Fokus in den Sozialwissenschaften ergänzt, gibt es neuerdings auch erste Theorien und Studien über den Einfluss der affektiven, also emotionalen Komponente auf die Motivation. Wenig überraschend ist dabei, dass sich eine angenehme und positive Stimmung förderlich auf die Motivation auswirkt, während negativ/gedrückte Stimmung eher zu defensiv/inaktivem Verhalten führt. Wer möchte (und hinreichend motiviert ist), kann dies an der Quelle in größerem Detail nachlesen.
2 Kommentare zu Motivation ist (fast) alles
Steirerbua
6. Januar 2011 um 22:19
Motivation ist wirklich sehr viel wert! Arbeiten und studieren, da bleibt nicht viel Zeit für das Privatleben. Hab Vollzeit studiert und beneide die Studenten, die berufsbegleitend studieren für ihr Durchhaltevermögen. Das hat nicht jeder!
Markus Mayrhofer
8. Januar 2011 um 12:24
Motivation ist ein Schlüsselfaktor für die eigene Weiterentwicklung! Am besten ist aber noch immer die Eigenmotivation anstatt der Fremdmotivation. Man sollte ein Umfeld schaffen, in dem die Eigenmotivation angespornt wird:
“Zu Beginn der Studie gingen wir davon aus, dass am Anfang der Entwicklung eines Unternehmens zum Spitzenunternehmen eine neue Vision, eine neue Strategie stand und dass die Mitarbeiter erst überzeugt werden mussten, bevor sie sich in den Dienst dieser neuen Sache stellten. Aber genau das Gegenteil war der Fall. Die Manager der Take-off-Unternehmen wählten eine andere Vorgehensweise: Sie legten nicht zuerst die Route des Busses fest und machten sich dann Gedanken, wer ihn dorthin fahren sollte. Sie sagten sich: »Wir wissen eigentlich gar nicht so genau, wohin wir den Bus steuern sollen, aber wenn die richtigen Leute einsteigen, sich an die richtige Stelle setzen und die Leute, die wir nicht brauchen können, aussteigen, werden wir schon einen Weg finden, in der Spitzengruppe mitzufahren.« Die Take-off-Manager hielten sich an drei einfache Wahrheiten. Erstens: Wenn man sich eher an das »Wer« als an das »Was« hält, kann man sich Veränderungen leichter anpassen. Wenn Leute vor allem deswegen in den Bus steigen, weil ihnen das Ziel gefällt, weiß man nicht, wie sie reagieren, wenn man auf halber Strecke die Richtung ändern muss. Steigen die Leute aber wegen der anderen Leute im Bus ein, ist es viel leichter, die Fahrtrichtung zu wechseln. Außerdem entledigt man sich dadurch auch größtenteils des Problems der Motivation. Die richtigen Leute müssen nicht ständig kontrolliert und angespornt werden. Sie motivieren sich selbst. Weil sie Teil von etwas Großartigem sind, wollen sie das beste Resultat erzielen. Drittens: Hat man die falschen Leute an Bord, ist es egal, ob man die Richtung kennt – man wird sich nie zu einem Spitzenunternehmen entwickeln. Eine großartige Vision ohne großartige Mitarbeiter ist belanglos.“
(Collins, 2009, S. 61-62)
m.f.g. Markus
http://www.markus-mayrhofer.at/
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