Patchwork-Biografien – Zeit zum Basteln?!
Damals: Junger Mann geht nach seinem Abschluss an der Volksschule in die Lehre zum Tischler in seinem Heimatort. Nach Ablauf seiner Gesellenzeit geht er auf die Wanderschaft und erwirbt in diesen drei Jahren die unterschiedlichsten Handwerkstechniken. Am Ende seiner Wanderschaft lernt er eine junge Frau kennen und lieben. Sie heiraten und er steigt in den Tischlerei-Betrieb seines Schwiegervaters ein. Bei dessen Pension übernimmt er den Betrieb.
Heute: Junge Frau entschließt sich nach diversen Praktika schon während ihrer Schulzeit, nach dem Abitur ein soziales Jahr zu absolvieren. Während dessen bewirbt sie sich auf ihren Wunsch-Studienplatz, der für sie allerdings eine gewisse Wartezeit erfordert. Nach Ablauf der Wartezeit – sie hat sich nach dem sozialen Jahr mit diversen Nebenjobs über Wasser gehalten – beginnt sie fern ihrer Heimat ein Bachelor-Studium. Sie weiß schon jetzt, dass sie anschließend noch einen Master draufsetzen will, überlegt aber noch, ob Sie zwischen den beiden Studiengängen einige Jahre berufliche Praxis einbauen will. Während ihres Lebens wird sie immer wieder fachspezifische Fort- und Weiterbildungen absolvieren, um sich so auf den aktuellen Stand zu bringen. In ihrer Lebensmitte orientiert sich völlig um und wagt einen Neuanfang als Selbstständige. Von diesem Schritt hatte sie schon längere Zeit geträumt.
Angesichts der Vielfalt individueller Lebenswege und der entsprechenden bunten Biographien erscheint die Frage nach einem Masterplan für den Karriereweg nicht mehr zeitgemäß.
Hat es den einen richtigen Weg je gegeben, so existiert er heute mit Gewissheit nicht mehr.
Das auch offiziell von den Sozialwissenschaften verkündete Ende der „Normalbiographie“ zwingt den Einzelnen immer mehr in die Rolle, „Bastler seiner eigenen Biographie“ zu sein. Dazu gehört nicht nur eine prinzipielle Offenheit, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen, sondern auch das richtige Gespür für notwendige Entscheidungen zur rechten Zeit.
Dies kann zum Beispiel bedeuten, in der Summe von Ausbildung, Praktika und Berufserfahrung die fehlende Qualifikation zu erkennen, die den nächsten Karriereschritt im eigenen Unternehmen oder noch grundsätzlichere Optionen gestattet.
Eine Möglichkeit, gewisse Sicherheit in seiner Entscheidung für oder gegen den Erwerb einer weiteren Qualifikation zu bekommen kann Beratung leisten.
Wer sich bei der Analyse des eigenen biographischen Patchworks nicht sicher ist, kann professionelle Unterstützung – etwa durch ein Karriere-Coaching – erhalten. Dieses geht individuell und tiefgründig auf die Bedürfnisse ein und zeigt Wege für die individuelle Karriere – ist in der Regel recht aber recht kostspielig.
Wer schon einem Schritt weiter ist und sich gezielt für eine berufsbegleitende Weiterbildung interessiert, bekommt auch von der DUW eine Weiterbildungsberatung, mit Blick darauf, welches Studienangebot zu den beruflichen Zielen passt. Neben der Frage nach den konkreten Qualifikationen spielen auch Inhalte, Lernergebnisse, Betreuung während des Studiums, Programmdauer, der gewünschte Abschluss sowie die Anschlussfähigkeit des Gelernten eine wichtige Rolle. Den persönlichen Bedürfnissen entsprechend werden die konkrete Ziele und Vorstellungen, die mit einer Weiterbildung bezweckt werden und das individuell passende Studienangebot besprochen. Das kann letztlich bedeuten, dass nicht jeder oder jede die Empfehlung bekommt, ein 2-jähriges Masterprogramm zu studieren, sondern zunächst mit einem 2- oder 4-monatigen Zertifikatsprogramm zu beginnen oder sogar mit dem Studium noch einige Zeit zu warten – wenn dies sinnvoller erscheint.
Letzlich geht es um den roten Faden im Leben – der weniger denn je geradlinig läuft, sondern das Patchwork zusammenhält.
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