Lernergebnisbasierte Curricula in der (Berufs-)Bildung
Nicht zuletzt mit Aussicht auf den Field-Trip der Studierenden des Studiengangs Bildungs- und Kompetenzmanagement in das Mekka des lebenslangen Lernens – Finnland – für mich gerade interessant: die neueste briefing note von Cedefop (European Centre for the Development of Vocational Training) zu lernergebnisbasierten Curricula in der Berufsbildung.
Der Kurzbericht zeigt: die europäische (Berufs-)Bildungslandschaft ist im Wandel. Lernergebnisse als die Beschreibung dessen, was der oder die Lernende am Ende eines Lernprozesses weiß, versteht und in der Lage ist zu tun, haben sich in den Vordergrund der Umsetzungsstrategien zu lebenslangem Lernen geschoben. Ihre Berücksichtigung von der Curriculumsentwicklung bis hin zur Implementierung im Lehr-Lerngeschehen bleibt allerdings anspruchs- und voraussetzungsvoll.
Der zentrale Mehrwert der Umstellung auf lernergebnisbasierte Curricula ist der in Zeiten lebenslangen Lernens unumgängliche Ansatz, Lernende in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen Spielräume für die selbstorganisierte Gestaltung von Lernprozessen und für ihre unterschiedlichen Lernpfade zu eröffnen. Erfahrungen mit lernergebnisbasierten Curricula in Finnland beispielsweise zeigen, dass Lernende unter diesen Rahmenbedingungen viel motivierter und engagierter sind und sich verstärkt in die Lern- und Bewertungsprozesse einbringen.
Wichtig – so zeigen die Erfahrungen auch in weiteren europäischen Ländern – ist die konsistente Nutzung von Lernergebnissen bei der Konzeption von Curricula. Verbunden ist dies mit Fragen wie: Welcher Ausschnitt wird beleuchtet? Auf welcher Ebene werden sie eingesetzt? Das zweite wesentliche Element ist die Abstimmung von Lernergebnissen mit den Methoden ihrer Beurteilung, also den Prüfungsformaten: in welcher Form kann das Ergebnis des Lernens adäquat überprüft werden?
Bei der Umsetzung in der Lehre ist die gute Lehrkraft der Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg. Sie entscheidet über adäquate didaktische Methoden und Prüfungsformate, die es den Lernenden erlauben, die Lernergebnisse zu erreichen und dies auch zu zeigen. Hierzu gilt es, eine weitere wesentliche Voraussetzung zu beachten: anregende Lernumgebungen, die die Verzahnung von Theorie und Praxis ermöglichen.
Fazit: Lernergebnisbasierung ist sehr wichtig für die Berufsbildung. Aber nicht nur für sie. Auch für die Hochschulbildung bleibt sie eine spannende Herausforderung: sowohl in der Lehrentwicklung als auch in der Umsetzung durch die entsprechende Gestaltung der Lehr-Lernprozesse und adäquate Prüfungsformate. Doch dazu ein anderes Mal.
2 Kommentare zu Lernergebnisbasierte Curricula in der (Berufs-)Bildung
Weiterbildung
10. Mai 2011 um 08:14
Lernergebnisbasierung basiert doch auf die Noten am Ende oder den Abschluss. Worauf sollte man denn sonst schauen?
Eva Cendon
11. Mai 2011 um 18:36
Umgekehrt: die Noten ergeben sich aus dem Grad der Erreichung der Lernergebnisse. Damit haben Lernende (mehr) Transparenz darüber, wie ihre Noten zustande kommen. Und Lehrende ein Raster für die Beurteilung.
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