Ausbildung im Sicherheitsgewerbe

Geschrieben von Gastbloggerin/Gastblogger am 11. Mai 2011

Svetlana Charushnikova, FORSI

Im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin fand am 20. April 2011 die 1. Ausbildungstagung des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) statt. Im Zentrum der Veranstaltung standen zwei Ausbildungsberufe der Sicherheitswirtschaft: „ Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ und „Servicekraft für Schutz und Sicherheit“.

Der Veranstalter der Tagung – der Fachausschuss „Ausbildung“ des BDWS – setzte sich zum Ziel, nicht nur eine Bestandsaufnahme über beide Ausbildungsberufe vorzunehmen, sondern auch Probleme und Änderungen zu diskutieren. Zahlreiche Interessensvertreter sowie Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Verbänden und Berufsschulen folgten der Einladung und diskutierten über Erfahrungen und Probleme mit den neuen Ausbildungsberufen.

Die Resonanz auf beide Ausbildungsberufe fiel allgemein positiv aus. Die Einführung der Ausbildungsberufe sei ein richtiger und wichtiger Schritt gewesen. Seit Einführung des dreijährigen Ausbildungsberufes „Fachkraft für Schutz und Sicherheit” im Jahr 2002 haben beispielsweise ca. 4.000 junge Menschen erfolgreich die Abschlussprüfung absolviert. Alle Teilnehmenden waren darüber einig, dass die Notwendigkeit der Ausbildung auch in der Sicherheitsbranche unbestritten sei. Denn die Kundschaft wolle mehr Qualität, was nur durch eine höhere Qualifikation zu erreichen sei.

Bemängelt wurden allerdings die hohe Anzahl der Abbrüche in der Anfangsphase der Ausbildung, Fehlzeiten der Auszubildenden sowie ein unzureichender Informationsaustausch zwischen dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule. Die Vertreter der Berufsschulen wiesen darauf hin, dass die Ursache für das Fehlen der Auszubildenden und ihr Desinteresse an der Ausbildung die häufigen Nachteinsätze im Ausbildungsbetrieb seien. Zu den Forderungen der Teilnehmenden gehörte vor allem der Wunsch nach mehr Praxisbezug. Alle Auszubildenden müssten im Rahmen ihrer Ausbildung in allen Sicherheitsbereichen praxisbezogen ausgebildet werden. Das habe der Ausbildungsbetrieb zu gewährleisten, ansonsten dürfe er nicht ausbilden. Auch die Stoffbehandlung in den Berufsschulen müsse einen Praxisbezug aufweisen.

Fazit der Veranstaltung: Veranstaltungen dieser Art sind wichtig, um das Berufsbild aufzuwerten, Ausbildungsangebote und Ausbildungsinhalte zu evaluieren und ggf. Verbesserungsprozesse einzuleiten.

Obwohl der Tag explizit auf das Thema „Ausbildung“ und nicht auf das Thema „Studium“ ausgerichtet war, wurde – sehr zu meiner Freude – auch der vom FORSI entwickelte Studiengang „Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit“ der DUW während der Veranstaltung mehrfach lobend erwähnt.

forsi.duw-berlin.de

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