Drei neue Bände in der FORSI-Schriftenreihe “Recht der Sicherheit”

Geschrieben von Stephan Kochen am 2. August 2011

FORSI veröffentlichte jüngst die Bände 45, 46 und 47 in der hauseigenen Schriftenreihe “Recht der Sicherheit – Private, Public & Corporate Security” im Carl Heymanns Verlag.

Neben dem Doppeltagungsband “Novellierung und Zertifizierung des Sicherheitsgewerbes im Dienstleistungsbinnenmarkt” sind zwei Dissertationen erschienen: Die Arbeit von Alexander de Blois mit dem Titel “Ökonomische Aspekte von Police Private Partnership” und “Die Verpolizeilichung – Grenzen, Chancen und Risiken einer neuen Sicherheitsarchitektur” von Sebastian Söllner.

 

 

Sebastian Söllner

Die Verpolizeilichung – Grenzen, Chancen und Risiken einer neuen Sicherheitsarchitektur

Carl Heymanns Verlag

Recht der Sicherheit. Private, Public & Corporate Security (RDS)

Band 45

Dissertation

Köln 2011, 189 Seiten

ISBN 978-3-452-27554-7

 

Gegenstand der Dissertation ist die Entwicklung der Sicherheitsstruktur in Deutschland als Verpolizeilichung und deren Grenzen sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken.

Die Entwicklung zu mehr Polizeipräsenz auf Ebene des Bundes und der Kommunen und zugleich auch mehr geheimer, unsichtbarer Polizeimaßnahmen seit 1990 zeigt sich als Kontrast zur ursprünglichen Konzeption der deutschen Sicherheitsstruktur in der Bundesrepublik Deutschland.  Die Untersuchung befasst sich in diesem Rahmen intensiv mit Bundespolizei und BKA, sowie mit der Entwicklung der Kommunalen Ordnungspolizei und neuer Methoden der Polizeiarbeit.

 

 

Rolf Stober (Hrsg.)

Novellierung und Zertifizierung des Sicherheitsgewerbes im Dienstleistungsbinnenmarkt

Carl Heymanns Verlag

Recht der Sicherheit. Private, Public & Corporate Security (RDS)

Band 46

Köln 2011, 304 Seiten

ISBN 978-3-452-27634-6

 

 

Als europäische Dienstleistungsbranche ist die Sicherheitswirtschaft in den letzten Jahren weitgreifenden Reformen ausgesetzt gewesen. Zum Einen wird innerhalb der Europäischen Union eine Öffnung der Märkte gefordert. Zum Anderen sollen Private Sicherheitsunternehmen zur Befriedigung eines gestiegenen Sicherheitsbedürfnisses der Bevölkerung beitragen. Jedoch scheint es, als könne die aktuelle Rechtslage der geforderten Qualität der Sicherheitsdienstleistungen nicht gerecht werden. Denn die Vergabe von Sicherheitsaufträgen bestimmt sich nach wie vor vornehmlich über den Preis. Die Qualifizierung der Mitarbeiter bleibt dabei auf der Strecke.

Innerhalb der Sicherheitsbranche werden deswegen schon seit längerer Zeit Forderungen nach einem geregelten Zulassungsverfahren und einem gesetzlichen branchenweiten Mindestlohn laut. Der Sicherheitsdienstleister Friedrich P. Kötter hat die Diskussion innerhalb des Sicherheitsgewerbes mit folgendem Satz auf den Punkt gebracht: „Es ist leichter ein Sicherheitsunternehmen aufzumachen, als eine Pommesbude.“

Dieser Band fasst die Ergebnisse zweier vom Forschungsinstitut für Compliance, Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit (FORSI) veranstalteter Experten-Workshops, die sich dieser Thematik annehmen, zusammen. Die erste Veranstaltung trug den Titel „Private Sicherheitsdienste im europäischen Wettbewerb“. Sie fand am 16. November 2009 in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Berlin statt. Die zweite Veranstaltung mit dem Titel „N

ovellierungs- und Zertifizierungsdiskussion für Sicherheitsdienste“ fand am 1. Oktober 2010 in der Deutschen Universität für Weiterbildung statt.

 

Alexander de Blois

Ökonomische Aspekte von Police Private Partnership

Carl Heymanns Verlag

Recht der Sicherheit. Private, Public & Corporate Security (RDS)

Band 47

Dissertation

Köln 2011, 244 Seiten

ISBN 978-3-452-27580-6

 

Immer häufiger setzt der Staat private Sicherheitsunternehmen ein, um von ihnen Tätigkeiten auf dem sensiblen Feld der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erledigen zu lassen („Police Privat Partnership“). Dieses Vorgehen wird regelmäßig mit ökonomischen Vorteilen begründet. Aber bislang wurde diese These wissenschaftlich nicht verifiziert. Der Autor entwickelt ein Berechnungsverfahren, mit dem die Kosten bei Erledigung durch Private mit denen der Selbsterstellung durch den Staat verglichen werden. Seine Modellrechnungen – für einzelne Police Privat Partnership-Tätigkeiten in mehreren Bundesländern – führen zu dem Ergebnis, dass sich keine generelle Aussage über die Höhe der Kostenersparnis durch diese Kooperationen treffen lässt, sie aber oftmals rund ein Fünftel beträgt – in Einzelfällen sogar bis zur Hälfte. Ausgehend von diesem Ergebnis wird untersucht, wie bestehende oder künftige Kooperationen bestmöglich auszugestalten sind. Denn in der Praxis zeigt sich regelmäßig, dass noch erhebliche Optimierungspotenziale bestehen. Neben den ökonomischen Aspekten von Police Private Partnership wird erforscht, wo die rechtlichen Grenzen für derartige Kooperationen verlaufen. Es wird untersucht, bei welchen Tätigkeiten der Staat künftig durch die Zusammenarbeit ökonomische Vorteile erzielen kann. Denn der stärkste Verbündete von Police Privat Partnership ist die leere Staatskasse: Sieht man – einerseits – die von Jahr zu Jahr wachsende Staatsverschuldung und – andererseits – das stetig wachsende Sicherheitsbedürfnis der Bürger, werden in den kommenden Jahren Police Privat Partnership quantitativ und qualitativ stark zunehmen.

 

 

Ökonomische Aspekte von Police Private Partnership

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