Ein tanzender Vergleich
Im Anschluss an den am 30. September 2011 stattgefundenen Expertenworkshop „Leading – Learning – Competencies“ möchte ich eine Verbindung zwischen diesen drei Bereichen mal „beswingt“ ableiten. Mein Fokus liegt dabei auf guter Führung.
Für alle von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die einen Tanzkurs mach(t)en, ist es kein Geheimnis, dass das erfolgreiche Erlernen von Schrittfolgen und Figuren im Wesentlichen von drei Einflussfaktoren abhängt:
- Übung,
- Art der Führung,
- Anwendung auf Musik bzw. Rhythmen.
Das verbindende Band zwischen den Tanzpaaren ist die Freude am Tanzen. Ein Tanz gelingt, wenn die Führende bzw. der Führende der Geführten bzw. dem Geführten klare Signale hinsichtlich der Schrittfolgen und Figuren gibt und beide agieren– und das bei unvorhersehbarer, wechselnder Musik bzw. Rhythmen. Die Leaderin bzw. der Leader sollte mindestens eine weitere Schrittfolge vorausdenken und dabei die Tanzpartnerin bzw. Tanzpartner nach ihren bzw. seinen Tanzmöglichkeiten glänzen lassen. Um diesen Lernfortschritt zu erreichen, müssen die Rollen im Vorfeld stets geübt werden. Das erfordert von beiden Seiten ein hohes Maß an Geduld: Die Führenden und Geführten befinden sich in einem steten Lern- und Reflexionsprozess.
Diese metaphorische Darstellung hilft bei einer zeitgemäßen Definition, was gute Führung bzw. Leadership unter Berücksichtigung von Learning und Competencies ausmacht:
1. Reflexionsfähigkeit
Leading und Learning sind eng miteinander verzahnt. Die Eigenschaft gut zu führen, besteht nicht per se, sondern sie entwickelt sich in der Praxis in bestimmten Situationen mit anderen. Grundlegende Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit zur Reflexion der eigenen Handlungen in einschneidenden Situationen, um in einer weiteren Schleife adäquat zu agieren.
2. Talentmanagement als Kompetenzmanagement
Leading ist ein verantwortungsvolles Interagieren mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch eine strategische Aufgabe. Gute Führung zeichnet sich dadurch aus, Strukturen zu ermöglichen, in denen die Beschäftigten nach ihren Kompetenzen gefordert und gefördert werden. Darüber hinaus sollte die Führungskraft formulieren können, welche Kompetenzen in Zukunft benötigt werden.
3. Reflexionsfähigkeit als Zukunftskompetenz
In unvorhersehbaren, als unsicher empfundenen Situationen sollte eine Führungskraft „verlernen“ lernen, um Raum für neues Denken zu schaffen. Gute Führung zeichnet sich dadurch aus, einen Moment inne zu halten und zu reflektieren, wie die weitere Handlungsfähigkeit gesichert werden kann.
Und? Tanzen Sie … ähhh … führen Sie schon?
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