Wer schreibt, der… lernt
Ein Schwerpunkt des kürzlich stattgefundenen Workshops „Leading – Learning – Competencies“ war die Komponente „Learning“, die in einer von Jenny Moon engagiert angeleiteten Gruppenübung bestand. Reflexives Schreiben ist nämlich eine übungsintensive, aber hocheffektive Methode, Inhalte formalen oder informellen Lernens durch den Akt des Schreibens vertieft zu durchdringen und in die eigene Praxis zu übersetzen. Wie sich im Rahmen des Workshops zeigte, sind Reflexion und Reflexionsfähigkeit auch die Elemente, die Führung, Lernkultur, und Kompetenzentwicklung verknüpfen und ermöglichen.
Im Kern geht es darum, Erfahrungen schriftlich festzuhalten – dabei aber nicht in der bloßen Beschreibung zu verharren, sondern das Erlebte (sei es im Seminarraum, am Arbeitsplatz, oder wo auch immer) zu überdenken, zu reflektieren und für die eigene Weiterentwicklung nutzbar zu machen. Es handelt sich also nicht primär um Zusammenfassung oder Ergebnissicherung, sondern um Elaboration, Verständnisüberwachung, und die Entwicklung von Wissen über das Wissen, was dann auf das eigene Handeln zurückwirkt.
Am wirksamsten kann reflexives Schreiben (z.B. im Rahmen eines Lerntagebuchs) sein, wenn es entlang geeigneter Leitfragen geschieht, z.B.: Was ist mir besonders aufgefallen? Was hat das Erlebte/Gelernte bei mir bewirkt? Was für Bezüge kann ich zu meinem Alltagshandeln herstellen? Wie kann ich mir Verständnisprobleme erklären? Was möchte ich zukünftig umsetzen? Was war für mich überraschend?
Ganz wichtig: Reflexives Schreiben ist keine Methode zum „Mal so probieren“ – wenn man etwas „mal so“ ausprobiert, bringt es meist wenig. Die Qualität der Implementation einer Methode ist fast noch wichtiger als die Methode selbst. Also: über einen längeren Zeitraum reflexives Schreiben einüben oder am besten zur Gewohnheit machen.
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