Gute Vorsätze und ihre Realisierung

Geschrieben von Kai Verbarg am 21. Dezember 2011

Ein Jahreswechsel ist für viele von uns eine Zeit, in der man zurückblickt und bilanziert, aber auch nach vorne schaut und neue Ziele in Form der allseits bekannten „guten Vorsätze“ anvisiert. Aber warum misslingt es uns immer wieder, das Vorhaben einer Gewichtsabnahme, einer Ernährungsumstellung oder des Erwerbs einer neuen beruflichen Kompetenz in die Tat umzusetzen?

Die Motivationspsychologie kann dazu eine Antwort liefern, denn sie unterscheidet heute zwischen Prozessen der Zielsetzung und der Zielrealisierung, die jeweils unterschiedlichen psychologischen Prinzipien unterworfen sind. Selbst eine starke Motivation ist nämlich nicht immer eine Garantie dafür, ein erwünschtes Handlungsergebnis auch zu erzielen. Fast noch wichtiger sind Prozesse der Selbstregulation und Selbstorganisation, da auf dem Weg zwischen dem Setzen und dem Erreichen eines Ziels diverse Herausforderungen im Wege stehen können.

Das „Rubikon-Modell“ der Handlungsphasen unterscheidet eine Abwägungsphase, in der Attraktivität und Erreichbarkeit bestimmter Wünsche abgewogen werden; an ihrem Ende sollte ein verbindliches Ziel stehen und der „Rubikon“ vom diffusen Wunsch zum konkreten Ziel wird überschritten. Hier sollte auch ein Gefühl der Selbstverpflichtung, neudeutsch „commitment“ entstehen. Parallel oder anschließend überlegt sich die/der Handelnde/r, welche Strategien sinnvoll und machbar sind, um das Ziel zu erreichen; hier sollten Pläne entwickelt werden, die auch den Umgang mit Herausforderungen und Problemen durch möglichst konkrete „Wenn-Dann“-Überlegungen vorwegnimmt. In der eigentlichen Handlungsphase geht es darum, die geplanten Zielerreichungspläne zu realisieren und zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Hier sind Beharrlichkeit, Konsequenz und Disziplin in der Einhaltung der Pläne erforderlich. An die Zielerreichung schließt sich in der Regel eine Bewertungsphase an, in der man das Erreichte mit dem ursprünglichen Wunsch vergleicht. Bei voller Zufriedenheit kann man das Ziel „deaktivieren“; bei Unzufriedenheit kann man entweder das Anspruchsniveau senken und das Ziel quasi aufgeben, oder man behält das Ziel bei und schmiedet neue, geeignetere Pläne zu seiner Erreichung.

Sollten Sie also gute Vorsätze, gleich welcher Art, für das neue Jahr haben, empfiehlt es sich, ein wenig Arbeit in die Abwägung und Planung zu investieren, denn je konkreter Ihr Ziel und Ihre Erreichungsstrategie, desto größer die Chance der Realisierung!

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