Zeit, eigene Wege zu gehen. Personalentwicklungskonzepte in KMU
Anknüpfend an die von der FWB durchgeführte Evaluation des Projekts „Diversity Management in der Personalentwicklung“, rege ich in diesen Zeilen zum Perspektivwechsel an. Dazu im Vorfeld folgende Fragen und knappe Antworten:
- Sind bekannte, maßgebende Personalkonzepte, die für große Organisationen Gültigkeit haben, auch für KMU geeignet? Nein.
- Sind adaptierte Personalkonzepte geeignet? Ja/Nein.
- Bedarf es eines Perspektivwechsels, Personalkonzepte für KMU zu entwickeln? Ja.
Mein klares Nein ist darin begründet, dass viele Personalkonzepte auf große Organisationen zugeschnitten sind. In vielen Lehr- bzw. Studienbüchern finden sich theoretische Konzepte, die idealtypisch– und für Unternehmen geeignet sind, die über genügend Ressourcen zur Umsetzung verfügen. Theorie-Konstrukte haben natürlich ihren Zweck: Sie reduzieren die Komplexität einer Organisation auf ein funktionierendes Maß. Doch das passt nicht mit der Realität der KMU zusammen.
Mein Ja/Nein möchte ich hier erklären: Die KMU-spezifische Adaption des Konzepts „Diversity Management“ (DM) in zentrale Bausteine im Rahmen des o.g. Projekts ist lobenswert. Diese kann als wichtiger Schritt verstanden werden, dass Praxis und Theorie sich mit KMU-Bedarfen auseinandersetzen. Es gab vielfältige Umsetzungsmöglichkeiten der Bausteine, in denen das „übermächtige“, ehrgeizige DM-Konzept mitschwang. So war es nicht verwunderlich, dass es auch Hürden in der Implementierung auftraten. Kurzum, weil Ressourcen fehlten.
Mein klares Ja für einen Perspektivenwechsel führe ich auf die obigen Ausführungen zurück. Auch wenn theoretische Konzepte in großen Unternehmen fruchten, heißt das nicht, dass adaptierte Lösungen in KMU auch zum Erfolg führen. Vor allem in kleinen Unternehmen ist es oft eine One-Woman-Show oder eine One-Man-Show. Vieles regeln diese Personen in Personalunion. Ist es also nicht ratsam von deren Standpunkt her zu denken? Sie haben die Expertise ihrer Arbeitswelt – mit all ihren Bedarfen. Aufbauend aus deren Akteursperspektive könnten so KMU-spezifische Personalentwicklungskonzepte generiert werden. Ist das nicht ein Versuch wert, mal die Perspektive zu wechseln?
Ach…, und zum Schluss noch etwas Statistisches:
Die Wichtigkeit, KMU in den Blick zu nehmen, ist schnell begründet: Kleine und mittlere Unternehmen haben in unserem Land Gewicht. Lt. Statistischem Bundesamt gibt es mehr Beschäftigte in KMU als in großen Unternehmen. KMU sind damit tragende Säulen der deutschen Wirtschaft.
In diesem Sinne, frohes Schaffen, wo auch immer.
Kommentieren