Beiträge mit dem Tag Kompetenzentwicklung

Geschrieben von Kai Verbarg am 17. August 2011

Ob zu Recht oder zu Unrecht – Deutschland gilt bisher in Sachen Bildungsgerechtigkeit als eher rückständig, zeigen doch diverse Studien eine deutliche Abhängigkeit der Bildungschancen vom sozioökonomischen Status und vom so genannten Bildungsklima des Elternhauses auf. Die Politik bemüht sich, diesen Chancenverzerrungen auf den unterschiedlichen Ebenen und in den unterschiedlichen Schulformen gegenzusteuern.

Der Weiterbildung kommt in Sachen Bildungsgerechtigkeit eine wichtige Rolle zu: sie kann ein Korrektiv sein für „verpasste“ oder gar „vereitelte“ Bildungschancen während der Schul- und Ausbildungszeit, indem akademische Qualifikationen später parallel zum Beruf nachgeholt werden können.

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Geschrieben von anita.moerth am 23. Juni 2011

Nach der Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes am 12. Mai 2011 ist nun auch die neue Fassung des Gesetzes veröffentlicht worden. Von den doch vielzähligen Änderungen, die zum Teil eine Angleichung des Berliner Hochschulgesetzes an das Brandenburger Hochschulgesetz darstellen, scheinen mir folgende Änderungen v.a. für Lebenslang Lernende und für Hochschulen, die weiterbildende Masterstudiengänge anbieten, besonders erwähnenswert.

Der Zugang zu weiterbildenden (und künstlerischen) Masterstudiengängen ist auch für beruflich qualifiziert Personen möglich, das heißt, dass Personen auch ohne ersten Hochschulabschluss zu Masterstudiengängen zugelassen werden können. Jede Hochschule kann durch Satzung „die auf der Grundlage einer Eignungsprüfung festzustellenden Anforderungen für den Zugang beruflich qualifizierter Bewerber und Bewerberinnen ohne einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss zum Masterstudium in geeigneten weiterbildenden und künstlerischen Studiengängen (…)“ (§ 10, Abs. 6 Nr. 9) regeln. Mit dieser Öffnung des Zugangs zu wissenschaftlicher Weiterbildung wurde eine wichtige Voraussetzung für Lebenslanges Lernen geschaffen.

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Geschrieben von Gastbloggerin/Gastblogger am 18. Februar 2011

Damals: Junger Mann geht nach seinem Abschluss an der Volksschule in die Lehre zum Tischler in seinem Heimatort. Nach Ablauf seiner Gesellenzeit geht er auf die Wanderschaft und erwirbt in diesen drei Jahren die unterschiedlichsten Handwerkstechniken. Am Ende seiner Wanderschaft lernt er eine junge Frau kennen und lieben. Sie heiraten und er steigt in den Tischlerei-Betrieb seines Schwiegervaters ein. Bei dessen Pension übernimmt er den Betrieb.
Heute: Junge Frau entschließt sich nach diversen Praktika schon während ihrer Schulzeit, nach dem Abitur ein soziales Jahr zu absolvieren. Während dessen bewirbt sie sich auf ihren Wunsch-Studienplatz, der für sie allerdings eine gewisse Wartezeit erfordert. Nach Ablauf der Wartezeit – sie hat sich nach dem sozialen Jahr mit diversen Nebenjobs über Wasser gehalten – beginnt sie fern ihrer Heimat ein Bachelor-Studium. Sie weiß schon jetzt, dass sie anschließend noch einen Master draufsetzen will, überlegt aber noch, ob Sie zwischen den beiden Studiengängen einige Jahre berufliche Praxis einbauen will. Während ihres Lebens wird sie immer wieder fachspezifische Fort- und Weiterbildungen absolvieren, um sich so auf den aktuellen Stand zu bringen. In ihrer Lebensmitte orientiert sich völlig um und wagt einen Neuanfang als Selbstständige. Von diesem Schritt hatte sie schon längere Zeit geträumt.

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Geschrieben von Gastbloggerin/Gastblogger am 26. November 2010

Widerspricht sich das nicht? Fernstudium und „zusammen“ Lernen?

Lernen im Tandem kennt man vor allem für Sprachen. Es tun sich jeweils zwei Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache zusammen. Meist unterhält man sich bei einem Treffen zuerst in der einen, dann in der anderen Sprache. So sind sie abwechselnd „Lehrender“ und „Lernender“. Die Rolle des oder der Lernenden ist dabei klar – die Rolle des oder der Lehrenden zu übernehmen hat den Vorteil, selbst auch noch etwas zu lernen. Oder wissen Sie zum Beispiel so ganz spontan, dass oder gar warum man in der deutschen Sprache Ordinalzahlen generell zusammenschreibt, Dezimalzahlen hingegen als Wortgruppe?

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Geschrieben von Kai Verbarg am 12. November 2010

Delegation aus Helsinki zu Gast bei der DUW

In der Umsetzung zukunftsweisender Bildungspolitik ist Finnland, wie die Ergebnisse der PISA-Studien zeigen, sehr erfolgreich, wenn sich auch das gute Abschneiden unter Berücksichtigung demographischer Daten leicht relativiert. Weniger bekannt ist, dass auch die Erwachsenenbildung in Finnland einen hohen Stellenwert hat, zumal gerade die ältere Bevölkerung ein vergleichsweise niedrigeres Ausbildungsniveau vorweisen kann. Spannend war daher für mich der Besuch einer finnischen Delegation vom Palmenia Weiterbildungszentrum an der Universität Helsinki bei der DUW am 04.11. Dort nehmen ca. 11.000 Studierende an zurzeit rund 420 modularisierten Kursen teil und werden von einem Stab von etwa 200 betreut. Die finnischen Gäste freuten sich zwar, lobende Worte über das vorbildliche finnische Modell zu hören, waren aber selbst deutlich pessimistischer oder realistischer in ihrer Einschätzung.

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Geschrieben von Eva Cendon am 18. Oktober 2010

Gerade zurück vom 8. deutschen Fachkongress für Bildungscontrolling in Köln  zum Thema „Bildungscontrolling im Kontext betrieblicher Veränderungs-, Innovations- und Excellence-Strategien“. Einige Gedankensplitter – gespeist aus Vorträgen und Diskussionen vor Ort – dazu:

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Geschrieben von Diana Krüger am 31. August 2010

Die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW) unterstützt mit insgesamt bis zu 100.000 Euro die Qualifizierung des Führungsnachwuchses in der Sicherheitsbranche. Sicherheitsunternehmen, insbesondere inhabergeführte Familienunternehmen sowie kleine und mittelständische Unternehmen, können ihren Führungsnachwuchs mit dem 24-monatigen Masterstudiengang Sicherheitswirtschaft & Unternehmenssicherheit (M.A.) berufsbegleitend qualifizieren.

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Geschrieben von Kai Verbarg am 24. August 2010

Der deutschen Redensart, „Man wird so alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu“ entspricht das angloamerikanische „live and learn“. Das reimt sich zwar nicht, ist aber doch knapper und einprägsamer, ganz abgesehen davon, dass sich Kühe in Zeiten der Massentierhaltung nur noch bedingt als Sinnbild für Langlebigkeit eignen. Und es stellt einen Zusammenhang zwischen Lernen und Leben her, der durch die pädagogische und entwicklungspsychologische Forschung in mindestens zweifacher Hinsicht bestätigt wird:

Der Mensch lernt, solange er lebt.

In der öffentlichen Wahrnehmung hat sich die Erkenntnis noch nicht hinreichend durchgesetzt, dass die etwas verstaubte Sichtweise von den Lebensphasen überholt ist. Heute wissen wir, dass nicht mehr ausschließlich in Kindheit und Jugend gelernt, im Berufsleben angewendet und im Alter vergessen wird.

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Geschrieben von Eva Cendon am 6. August 2010

Eine Primärerfahrung an der Universität als (Weiter-)Bildungseinrichtung – die Reflexion und der Reflexionsraum? Ich hatte die Auflösung versprochen, was dies denn mit Wölfen, Hunden und Pferden zu tun hat.

Lernen hat eine emotionale Komponente. Emotionale Labilisierung, also Verunsicherung, fördert Lernen. Eine systematische Reflexion der eigenen (beruflichen) Erfahrungen bringt Brüche und Widersprüchlichkeiten zu Tage. Dies ist nicht immer eine angenehme Erfahrung. Erforderlich ist ein „sich-darauf-einlassen“, ein „sich-selbst-aussetzen“. Neumoderner Kram? Mitnichten. Dies haben schon Denkerinnen und Denker früherer Zeiten festgestellt, die der Frage nachgingen, was denn Hochschulbildung tatsächlich ausmache: So verstand beispielsweise John Henry Newman (1801-1890), Gründungsrektor der Catholic University of Ireland, darunter einen kontinuierlichen Prozess der intellektuellen Reflexion dessen, was bereits erkannt wurde. Der britische Hochschulforscher Ronald Barnett fasst dies folgendermaßen zusammen: „higher education … is a higher form of understanding, gained through self-reflection on what is taken for knowledge.“ Und das labilisiert.

Das ist Ihnen zu kognitiv? Und Sie fragen sich, was dies nun tatsächlich mit dem Lernen mit Wölfen Hunden und Pferden zu tun hat?

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Geschrieben von Eva Cendon am 15. Juni 2010

Der Weg zu Primärerfahrungen für die Kompetenzentwicklung ist mannigfaltig – das war nur eine der spannenden Erkenntnisse des Dialogs zwischen WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen zum Thema „Kann man Kompetenz managen?“ gestern hier an der DUW in Berlin. Was – neben inspirierenden Diskussionen und bereicherndem „cross-cultural Networking“ – bleibt, sind für mich folgende Fragen: Welchen Zugang zu den oft von Seiten der Lehr-Lernforschung geforderten „Primärerfahrungen“ soll oder kann die Universität überhaupt als (Weiter-)Bildungseinrichtung wählen? Welche Lehr-Lernformate braucht es, um Kompetenzentwicklung zu unterstützen und zu begleiten? Was ist das Mittel der Wahl, um Lernprozesse und damit Kompetenzentwicklung anzuregen? Sind es Freiräume, Irritationen, oder sogar begleitete Grenzerfahrungen? Was meinen Sie?